08.11.2011 Der "Apert" (631 m) ist ein bewaldeter Berg und gleich-zeitig die höchste Erhebung auf der Gemarkung von Büdesheim. Den höchsten Punkt markiert der sogenannte "Tranchot-Stein" - ein Ver-messungsstein - aufgestellt zwischen 1801 und 1814.

Auf persönlichen Befehl Napoleons unter dem Kommando des Oberst Jean Joseph Tranchot (* 2. Januar 1752 in Kœur-la-Petite; † April 1815 in Linas) wurden zwischen 1801 und 1814 die Rheinlande topografisch (kartiert) neu aufgenommen.

Beschreibung/Ursprung: Tranchot-Dreieckspunkt Kerschtgesroth auf dem Schwarzen Mann. Im südlichen Eifelgebiet hat Oberst Tranchot folgende drei trigonometrische Punkte 1. Ordnung ausgewählt:
1. Muxeratherhöhe (beobachtet: 1808/09) 2. Kerschtgesroth (beobachtet: 1807/08) 3. Prümscheid (beobachtet: 1808/09).

"Tranchot-Stein" auf dem Apert. Foto: Udo Schikora

Der trigonometrische Punkt Kerschtgesroth ist heute noch vorhanden. Er befindet sich unmittelbar beim Skigebiet Schwarzer Mann auf 698 Meter über dem Meeresspiegel. (Quelle: Die topographische Landesaufnahme der linksrheinischen Gebiete durch den französischen Oberst Tranchot. Von: Lothar Monshausen, 1994.) Der Tranchot-Stein auf dem Apert ist also ein Gegenstück zum Stein beim Schwarzen Mann und wurde bei der Neuvermessung hier auf dem Apert aufgestellt. Man kann davon ausgehen, dass zur damaligen Zeit der Apert noch nicht so dicht bewaldet war und dadurch eine gute Fernsicht möglich war. Auf der Südseite untereinander eingemeißelt ein Dreieck, drei konzentrische Kreise und die damalige Benennung der Örtlichkeit, hier: Apert. (Quelle: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Kreis Bitburg-Prüm, 9.3 Wernersche Verlagsgesellschaft ISBN 3-88462-170-X). Ich danke Heinz Neisemeyer herzlich, der mir diese Stelle gezeigt hat.

Quellen:
- Wikipedia
- Roscheiderhof
- www.karmantan.de

Tranchot-Stein auf dem Apert.
Südliche Ansicht

Foto: Udo Schikora

"Tranchot-Stein" auf dem Apert. Nördliche Ansicht.
Foto: Udo Schikora

"Tranchot-Stein" beim Schwarzen Mann (Schneifel). Südliche Ansicht.
Foto: Udo Schikora

 
 

Jean Joseph Tranchot (* 2. Januar 1752 in Kœur-la-Petite; † April 1815 in Linas) war ein franzö-sischer Oberst unter Napoleon und Geograph. Sein wichtigstes Werk war die Topographische Auf-nahme der damaligen Rheinlande.
Tranchot wurde als Sohn des Schreiners Remigius Tranchot und dessen Ehefrau Maria Maury am 2. Januar 1752 in Kœur-la-Petite geboren.
Seit 1774 sammelte Tranchot erste Erfahrungen bei der Triangulation Korsikas im Auftrage der französischen Krone. Bei Pierre Méchain erwarb er weitere Kenntnisse über Trigonometrie und Astronomie, die ihm halfen die Kartierung Korsikas, Sardiniens und der Küstengebiete der Toskana durchzuführen. Dafür wurde ihm im Jahre 1791 die besondere Anerkennung der Akademie der Wissenschaften ausgesprochen. Zwischen 1792 und 1799 nahm er an Méchains Triangulationen zwischen Dünkirchen, Paris und Barcelona teil, wobei beide den südlich von Paris gelegenen Teil der Strecke bearbeiteten und sich wertschätzen lernten.
1794 war Tranchot in den wissenschaftlichen Stab des Dépôt de la Guerre berufen worden. Im Range eines Colonel beförderte die napoleonische Regierung ihn 1801 zum Chef des »Bureau topographique de la carte des quatre Départements réunis de la rive gauche du Rhin« (Topographische Abteilung zur Kartierung der vier vereinigten linksrheinischen Départements), das, wie ähnliche Abteilungen auch, gezielt für die Kartierung potentieller Kriegsschauplätze gegründet wurde. Die Arbeiten dauerten insgesamt von 1801 bis 1814.
Tranchot und sein Mitarbeiterstab nutzten und entwickelten Modernisierungen für fast alle Teil-bereiche ihres Projektes. Sie verbesserten die Messinstrumente und Methoden und erfanden eigene, sinnvolle Gestaltungsrichtlinien, wo diese fehlten. Teilweise heimlich und im Gegensatz zu ihrem Auf-traggeber stellten sie die zivile Nutzbarkeit der Karteninformation in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Das Ergebnis dieser enormen Anstrengungen war ein Kartenwerk von zuvor nicht gekannter Qualität, das bis in die heutige Zeit nützlich ist.
Die topographische Aufnahme der Rheinlande wurde von 1815 bis 1828 durch Karl von Müffling im Auftrag Preußens weitergeführt.
Jean Joseph Tranchot erlag im April 1815 in Linas (in der Nähe von Paris) einem Schlaganfall.

Quelle/Text:
- Wikipedia