Die Pfarrkirche "St. Peter und Paul" zu Büdesheim ist schon sehr früh urkundlich erwähnt, sie gehört zu den ältesten Kirchen im Prümer Land. Genannt u. a. 893 (Besitz an der Mosel), 964 (Prekarievertrag; Pfarrer Willifrid), 1063 (Einweihung einer Kirche (Trierer Erzbischof), 1310, 1330 (taxa generalis).

Um 1500:
wird die Spätgotische Kirche an der Stelle erbaut, wo früher die römische Villa stand.
3-seitiger Chor; bei Visitation 1570 erwähnt; Glocken bekam das Gotteshaus 1568, 1601; 1652 werden 3 Glocken genannt; 1771 Neuguß einer geborstenen Glocke.

Ende 17./Anfang 18. Jahrhundert:
starke bauliche Veränderungen; neues barockes Eingangsportal mit Name, Wappen des Bischofs/Administrator Johann Hugo von Orsbeeck, der Abtei Prüm (1687); Neubau Schiff. Sakristei (um 1700); 2 neue Seitenaltäre (1713 gewiehen); Hochaltar (Säulen-altar 1735); Beichtstühle, Heiligenbilder; 1693 eigene kleine Grippe (neben Bleialf, Stadtkyll, Kloster Niederprüm); Kircheninneres neu ausgestattet.

1770:
allgemeine Restaurierung, Kreuzweg (2 m hohe Steinstationen); 1860 neue Fenster. Chorfenster mit Darstellung Petrus und Paulus, Maria Heimsuchung; 1878 Dacherneuerung.

1909/1910:
Für diesen Umbau wurden Hauskollekten durchgeführt.
Umbau der Kirche zu heutigen Form:
baufälliges Schiff und Turm neu gebaut (Turm alter Kirche romanische Form); altes Eingangsportal von 1687 (s. o.) wiederverwendet (Westseite); spätgotisches Chor um 1500, Sakristei (Anbau von 1687) erhalten; Einweihung 1.7.1910.

Patrone:
1570 St. Petrus Patron der Pfarrkirche;
weitere Patrone:
St. Luzia (1640)
St. Paulus (1656)
St. Anna, St. Brigida von Irland;
heute Kirche unter Patronat von St. Petrus und Paulus (1677 Kirchweih Sonntag nach Peter und Paul).

Friedhof:
liegt unmittelbar an das Schiff anschließend mit den Gräbern in Ost-Richtung. (Hinweis auf hohes Alter).

Lage:
Die Pfarrkirche (475 m über NN) ist Wahrzeichen des Dorfes und steht im oberen Teil des Dorfes am nach Süden hin ansteigenden Hang. Größte Außenlänge: 37,10 m, größte Außenbreite: 16,75 m. Die Mittelachse verläuft fast in West-Ost-Richtung, es ist eine sogenannt Ostung und ebenfalls Anzeichen für einen frühen Baubeginn. Die Ausrichtung nach Osten zur aufgehenden Sonne, zu Christus und zum Leben ist ein ur-christlicher Baugrundsatz.

Glocken:
Die Glocken zeigen die verschiedenen Tageszeiten sowie den Tod eines Gemeindemitgliedes an und rufen zu Messfeier, Andacht, Hochzeit, Taufe und Beerdigung.

Geläut:
Das Geläut hat 3 Glocken:
BRIGIDA mit dem Ton "b". Sie ist die älteste und kleinste Glocke. Sie hat einen Durchmesser von 87 cm und eine Höhe von 85 cm.
(Gegossen wurde sie von der Firma August Mark aus Brockscheid und geweiht wurde sie am 02. Juli 1933)

PETRUS und PAULUS hat den Ton "f". Sie ist die größte Glocke und wiegt 20 Zentner. Durchmesser 1,17 m, Höhe 1,11 m.

MARIA hat den Ton "as". Ihr Gewicht beträgt 12 Zentner, Durchmesser 97 cm, Höhe 92 cm.
(Die Glocken "Petrus und Paulus" und "Maria" wurden von der Firma Mark und Sohn aus Brockscheid gegossen und von Gottfried Schlacks nach Büdesheim transportiert. Am Kirmessonntag 1958 wurden Sie durch Dechant Hartel aus Bleialf feierlich geweiht. Glockenpaten waren für die "Petrus und Paulus-Glocke" Barbara Schlacks geb. Hoffmann und Johann Thomas aus Oos, für die "Maria-Glocke" die langjährige Lehrerin Katharina Schmitz und Theodor Müller).

Quellen:
1. "Ortslexikon des Altkreises Prüm"
Geschichtsverein "Prümer Land" e. V. 1992,
Autor: Robert Richter, Plütscheid

2. "Rund um die Kirche im Dorf"
- Kirchen und Kapellen der Westeifel -
Verfasser: Peter Rabsahl
Herausgeber: Geschichtsverein Prümer Land e. V.; Bd. 50

Fotos von der Pfarrkirche
Der Kreuzweg innerhalb der Kirche
Der Kreuzweg ausserhalb der Kirche
Kreuze in der ehem. Friedhofsmauer

 
Pfarrkirche St. Peter und Paul
Die Pfarrkirche St. Peter und Paul
aufgenommen nach der Renovierung im Jahr 2010.
Foto: Udo Schikora