Liebevoll werden sie jedes Jahr zu Weihnachten in unseren Kirchen im Prümer Land und in der Westeifel aufgebaut - die Kirchenkrippen, auch Weihnachtskrippen - mit der Darstellung der Geburt Christi. Vor ca. 2000 Jahren legte Maria ihren Sohn in eine Krippe, wie es das neue Testament überliefert.

Im 13. Jahrhundert - im Salzburger Land - wurde eine Krippen-darstellung urkundlich bezeugt. Krippen wurden zuerst in Kirchen und Klöstern zur Weihnachtszeit aufgestellt, bevor diese dann im 17. Jahrhundert Einzug in die Familien hielten.

Um 1900 gab es meist nur in den Kirchen und Klöstern der Eifel eine Krippe als Darstellung des Weihnachtsevangeliums. Krippen für die heimischen Stuben in der Eifel waren noch sehr wenig verbreitet. Aber seit dieser Zeit haben sie ihren festen Platz in der „guten Stube", wie die Eifeler sagen.
Ausgegangen war diese Idee und dieser Wunsch 1920 aus Lichtenborn in der Eifel durch den Pfarrer Joseph Klassen, der von 1918 bis 1947 als Pfarrer in Lichtenborn tätig war. Er machte das Krippenbauen in der Eifel bekannt und verpflichtete sogar die Schulkinder dazu, zu Hause Weihnachtskippen aufzubauen. In Lichtenborn wird heute noch die Krippe mit den Originalfiguren aus dieser Zeit durch Gerd Staus aus Lichtenborn, in der Kirche aufgebaut. Auf zehn Quadratmetern baut er mehrere Szenen der Weihnachtsgeschichte nach. Diese Krippe kann bis Mariä Lichtmess (2. Februar) in der Lichtenborner Kirche besichtigt und bestaunt werden. (us)


Nachfolgender Artikel mit freundlicher Genehmigung von Joachim Schröder aus dem "Immer-währender Eifeler Bauern- und Heimatkalender".

- Weihnachtskrippen im Wandel der Zeit -

Eine Weihnachtskrippe stellt die Geburt Christi aus der Weihnachtsgeschichte dar, meist durch Figuren in einer Modelllandschaft Betlehems. Die Weihnachtskrippen verbinden die Bilderwelt der Adventszeit mit dem Dreikönigsfest.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich traditionelle Personen- oder auch Figuren­krippen, in deren Mittelpunkt das Christuskind, Maria und Josef standen. Als Umgebung dient zumeist ein Stall in derjeweiligen Form und Beschaffenheit der Region. Es konnte aber auch eine Scheune sein, eine Mauernische oder gar eine Felshöhle. Da die kleine Gestalt des Jesuskindes unter allzu viel Beiwerk oft verschwunden wäre, hob man sie gewöhnlich durch helle Kleidung, einen Heiligenschein oder einen Stern hervor. An der Seite der Krippe kniete die Mutter. Diese Demutshaltung Marias wurde seit jeher bei allen volkstümlichen Krippen beibehalten. Als bevorzugtes Gewand diente ihr ein meist blaues Umschlagtuch oder ein Umhängemantel. Die Person des Josef, meist mit grauem Bart dargestellt, steht in gebührendem, respektvollem Abstand mit Wanderstab und Laterne auf der anderen Seite des Kindes.
Interessant und sehr vielfältig ist das „Ambiente" der Krippe. Natürlich spielen die tierischen Bewohner des Stalles eine herausragende Rolle. Dies hat sehr viel mit dem Volksglauben zu tun, dass die Tiere (besonders ausgeprägt in der Eifel) als Freunde und Helfer des Menschen auftreten und ihnen als Nahrungsgrundlage dienen.
Das Schaf bietet darüber hinaus wärmende Wolle und Milch. In den Tierdarstellungen assoziiert man beim Schaf zudem Attribute wie „liebevoll", „genügsam" und „folgsam". Ochs und Esel gelten ebenso als Helfer, die Eier legenden Hühner symbolhaft als Lebensspender. Im Volksglauben der Eifeler reden die Tiere in der Heiligen Nacht sogar miteinander über die Geburt des Erlösers. Als Dank für die geleistete Arbeit erhalten sie an Weihnachten besondere „Gaben" wie Getreide und Rüben.
Eine zweite wichtige Figurengruppe der Krippe ist die Hirtenschar. Sie, die nach dem Evangelium „eilend herbeikamen, um das Wunder zu schauen", werden häufig als anbe­tende Gruppe dargestellt. Es handelt sich um Männer in Pelzen und Mänteln mit langen Hirtenstäben und häufig einer Proviantumhängetasche an der Seite, die ehrfurchtsvoll niederknien. Vielfach sind sie die erste Gruppe, die dem Christuskind in Form eines Lammes ihr bescheidenes Geschenk übergeben. Andere Versionen zeigen die Hirten in großem Abstand zum Stall, um, wie der Volksmund sagt, „das Kind nicht zu stören". Die Hunde halten sie pietätvoll im Hintergrund.
Als weitere Krippengruppe kommen, allerdings erst später, die drei Weisen aus dem Morgenland hinzu. Bei ihnen konnte sich die Fantasie der Künstler oder Laienbildner ausleben: Der schwarze König wurde und wird meist in exotischer, farbenprächtiger Kleidung gezeigt; nicht minder kostbar gekleidet sind seine beiden Gefährten. Hinter ihnen reiht sich das ebenso fremdartig anzuschauende Gefolge, voll bepackt mit Geschenken. Als tierische Begleiter treten hier, zumindest in den großen Kirchenkrippen, Kamele und Elefanten hinzu.
Auch das „Beiwerk" der Krippen ist je nach Region verschieden. In der Eitel dienen als „Grundstock" knorrige Waldwurzeln, Moos, Baumrinden, Lavasteine und Holzreste. In diese Landschaft eingebettet findet der Betrachter neben dem Stall ortstypische Elemente wie das Bauernhaus mit Hof, Tenne, Garten und Holzplatz. Auch der Misthaufen gehört dazu, ferner landwirtschaftliche Geräte wie Sense, Gabel, Axt, Egge oder Pflug. Die Eifeler Landschaftskrippe, besonders schön nachgestellt in der Kirche zu Lichtenborn, wird komplettiert durch Eifeler Gewächs aller Art. Neben Trockenblumen sind es vor allem Buchsbaum- und Wacholderzweige, die - wie das jährlich zu erneuernde Moos - der Krippe saftiges Grün vermitteln. Seltener treten bei den Darstellungen Mühlen und Wasserläufe hinzu; und wenn, dann gehört eine Brücke ebenso dazu wie Waldwege, Gebüsch und Höhlen.

Die Fotoserie wird nach und nach um weitere wunderschön anzusehende Weihnachtskrippen ergänzt.

 

Die Weihnachtskrippe in der Basilika zu Prüm.
Foto: Udo Schikora, 2010.