Kronenburg ist ein Ortschaft in der Eifel im deutsch-belgischen Grenzgebiet und gehört zur Gemeinde Dahlem Kreis Euskirchen, Nordrhein-Westfalen. Der Ort besteht aus dem Burgort und der Talsiedlung Kronenburgerhütte mit dem Kronenburger See.

Das gut erhaltene, mittelalterliches Burgdorf liegt auf einer Höhe von 560 m ü. NN und ist über 400 Jahre alt. Es liegt im Oberen Kylltal zwischen Zittertal und der Schnee-Eifel.

Die Burgruine Kronenburg.
Foto: U. Schikora, 2009

Im Jahre 1277 wurde Kronenburg erstmals in einer Urkunde der Reichsabtei Stablo-Malmedy er-wähnt. Zu dieser Zeit wurde Kronenburg vom Rittergeschlecht der Edlen von Dollendorf beherrscht. Kurzzeitig entwickelte sich ab 1327 eine eigenständige Kronenburger Linie. Als schließlich Ritter Peter von Kronenburg im Jahre 1414 ohne männliche Nachkommen starb, wurde Kronenburg zu einer Nebenherrschaft der Grafschaft Blankenheim-Manderscheid.
Unter Karl V. fiel Kronenburg 1555 wegen seiner Zugehörigkeit zum Herzogtum Luxemburg bis zum Jahre 1715 unter spanische Herrschaft. Aus diesem Grund wird die ehemalige spanische Insel in der Eifel noch heute als „Spanisches Ländchen" bezeichnet. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde Kronenburg von Pestepidemien heimgesucht, die bis 1680 andauerten.
1794 wurde Kronenburg von den Franzosen besetzt, unter deren Herrschaft der Ort als Kantonal-hauptort im Ourthe Département fungierte. Kronenburg bleib auch in der nachfranzösischen Zeit Bürgermeisterei und zeitweise auch Sitz eines Notars. Im Zuge der Neuaufteilung Mitteleuropas nach der Niederlage Napoleons gelangte Kronenburg als Exklave zunächst an das Haus Mecklenburg- Strelitz und erst durch Tausch bzw. eine Abschlagszahlung 1819 an Preußen.

1850 zählte Kronenburg 600 Einwohner. Die in der Talsiedlung Kronenburgerhütte namengebende Eisenhütte hatte zu diesem Zeitpunkt schon lange ihren Betrieb eingestellt und auch die Mehrzahl der verbliebenen Hochöfen der Umgegend (mit Ausnahme des Jünkerathers) erloschen in dieser Zeit. Im Zuge der Errichtung der 1912 eröffneten Eisenbahnlinie Jünkerath-Weywertz erhielt Kronenburg Anschluss an das überregionale Bahnnetz. Die Strecke hatte jedoch von Anbeginn eher militärische denn zivile Bedeutung und wirkte sich daher wirtschaftlich nicht aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand außer vereinzelten Holztransporten kein nennenswerter Betrieb mehr statt.
In den Jahren zwischen 1920 und 1925 gab es auf der Ruine Kronenburg Tellspiele, aufgeführt von Kronenburger Laiendarstellern. In den 1930er Jahren wurde von Professor Werner Peiner eine Malerschule gegründet, die während der Zeit des Nationalsozialismus Hermann-Göring-Meisterschule für Malerei hieß. Ein berühmter Schüler dieser Malerschule war Willi Sitte. Die Kunstakademie wurde nach 1945 nicht weitergeführt. Das Akademiegebäude wurde vom Land Nordrhein-Westfalen als Bildungsstätte genutzt.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Kronenburg kaum durch Kampfhandlungen berührt, trotz des nahen Westwalls, der Ardennenoffensive zur Jahreswende 1944/45 und der schweren Zerstörungen im nahen Stadtkyll in deren Folge. Einige wenige Wehrmachtssoldaten und SS-Offiziere ergaben sich Anfang 1945 nach kurzem Widerstand den vorrückenden Amerikanern. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zählte Kronenburg 350 Einwohner.
Seit 1969 Teil der Gemeinde Dahlem, feierte Kronenburg 1977 die 700. Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung. Bis 1992 war die Bevölkerung wieder auf 450 Seelen angewachsen. Die Zahl derjenigen mit Zweitwohnsitz stieg hierbei kontinuierlich.
Von überregionalem Interesse sind auch die „Kronenburger Kunst- und Kulturtage" am zweiten Septemberwochenende sowie der traditionelle Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende im historischen Ortskern.


Quelle und Text: Wikipedia

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