Das Kloster Himmerod (Eifler Mundart: Hammerd) ist eine Zister-zienser-Abtei in der Eifel (50° 2' N, 6° 45' O). Sie liegt zwischen Großlittgen und Eisenschmitt im Salmtal und wurde 1134/35 durch Bernhard von Clairvaux gegründet. Zur Zeit leben dort 13 Mönche.

Das Kloster besitzt ein Museum (in der alten Mühle) mit wechselnden Kunstausstellungen, eine Buch- und Kunsthandlung, eine Gaststätte, ein Gäste- und Exerzitienhaus sowie eine Fischerei. Das Gästehaus ist eine anerkannte Zivildienststelle im Bistum Trier.

Geschichte
Das Mutterkloster ist das Kloster Clairvaux (Champagne-Ardenne, Frankreich). Tochterklöster sind:
- das Kloster Heisterbach (1189), (heute eine Ruine), im Siebengebirge in der Nähe von Bonn und
- das Kloster Itaporanga (1936) in São Paulo/Brasilien.


Nach der Berufung des Albero von Montreuil zum Erzbischof von Trier im Jahre 1131 setzte sich dieser bei Bernhard von Clairvaux für die Gründung eines Zisterzienserklosters auf trierischem Gebiet ein. Daraufhin entsandte Bernhard im Jahre 1134 von Clairvaux aus einen Gründerkonvent unter dem Abt Randulf. Zunächst ließ sich der Konvent bei Winterbach an der Kyll (Eifel) nieder. Bei einem Besuch Bernhards im Jahre 1135 bestimmte dieser Himmerod im Salmtal als neuen Standort. Himmerod war das 14. Zisterzienserkloster und das erste deutsche Kloster, das direkt von Bernhard von Clairvaux gegründet wurde. Zunächst wurde in Himmerod ein Behelfskloster errichtet, bevor Bernhard den Mönch Achard als Baumeister der Klosteranlage nach Himmerod entsandte. Im Jahre 1178 wurde die romanische Klosterkirche durch Erzbischof Arnold von Trier geweiht. 1179 starb der 1699 selig gesprochene Priestermönch David von Himmerod, der letzte Überlebende des Gründungs-konvents. Kloster Himmerod selbst besiedelte zwischen 1153 und 1156 die Abtei Châtillon im Bistum Verdun (heute Gemeinde Pillon (Meuse) im Departement Meuse), eine Tochtergründung des Klosters Trois-Fontaines, und gründete als eigenes Tochterkloster 1189 die Abtei Heisterbach.
Bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts hatten die Grafen von Sponheim ihre Grablege im Kloster; die Grabsteine, u.a. der der Gräfin Loretta von_Sponheim, waren noch im 18. Jahrhundert vorhanden.
Im Jahre 1224 bestimmte der Abt des Mutterklosters Clairvaux, dass die Anzahl der Mönche nicht mehr als 60 und die der Laienbrüder nicht mehr als 200 betragen durfte. Kloster Himmerod besaß inzwischen einen großen Grundbesitz, den es teilweise verpachtete.
Im Jahre 1519 erfuhr das Kloster eine erneute Aufwertung, indem Papst Leo X. den Äbten von Kloster Himmerod die Pontifikalien, also die bischöflichen Insignien wie Mitra und Krummstab ver-lieh. In den Jahren 1621-1630 wurde die romanische Klosterkirche restauriert. Im Dreißigjährigen Krieg hatte die Abtei schwer unter den plündernden Soldaten zu leiden.
Im Jahre 1641 legte der Abt Matthias Glabus aus Lieser (Mosel) trotz des andauernden Krieges den Grundstein für einen Klosterneubau, der 1688 unter Abt Robert Bootz vollendet wurde.
Unter Abt Leopold Kamp begann der Architekt Christian Kretzschmar im Jahre 1739 mit dem Neubau einer barocken Klosterkirche im Zisterzienserstil mit Dachreiter, ohne Kirchtürme. Die Kirche wurde 1751 fertiggestellt.
Am 26. Juli 1802 wurde das Kloster durch die französische Regierung unter Napoleon aufgehoben. Nach der Säkularisation verfielen Kloster und Kirche. Im Jahre 1803 wurde das Kloster an einen Hüttenbesitzer versteigert, der nach der Demontierung des kupfernen Kirchendaches verschwand. Danach wechselten die Besitzer, die das Kloster hauptsächlich als Steinbruch nutzten. Nur die Mühle und das Pförtnerhaus blieben verschont. Der letzte Besitzer, Reichsgraf Ottokar von Kesselstatt verkaufte das Gut 1919 an deutsche Trappisten aus Mariastern/Bosnien.
Im Jahre 1922 wurde das Kloster durch deutsche Zisterzienser-Mönche aus der Abtei Marienstatt im Westerwald neu gegründet. Von Himmerod aus wurde 1936 die Abtei Heiligkreuz in Itaporanga bei São Paulo/Brasilien errichtet. Die Kirche wurde im zweiten Weltkrieg bis auf wenige Mauerreste zerstört. Unter Abt Vitus Recke (geb. in Bickenriede/Eichsfeld, Abt in Himmerod von 1937 bis 1959) wurde sie wieder aufgebaut und 1962 fertiggestellt.
Vom 5.-9. Oktober 1950 tagten in Himmerod ehemalige deutsche Wehrmachtsoffiziere, um im Auf-trag der Bundesregierung um Kanzler Adenauer die deutsche Wiederbewaffnung vorzubereiten. Das Ergebnis der Tagung war die Himmeroder Denkschrift. Am 10. September 2008 legten erstmals Rekruten der Bundeswehr in Himmerod ihr feierliches Gelöbnis ab. Der Ort wurde hierfür aufgrund seiner historischen Bedeutung für die deutsche Geschichte ausgewählt.

Quelle und Text: wikipedia
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Das Kloster in Himmerod.
Foto: U. Schikora, 2009