Eifeldorf Büdesheim

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Das alte Kalkwerk in Büdesheim am ehemaligen Bahnhof

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Das ehemalige Kalkwerk um ca. 1920.

Das ehemalige Kalkwerk in Büdesheim

Eines der ältesten Gewerbe in der Eifel war das Kalkbrennen. In der Prümer Kalkmulde fand man genug Steinmaterial, dass zum Brennen geeignet war. Auch Büdesheim hatte am ehemaligen Bahnhof ein großes Kalkwerk.


Als die Eisenbahnstrecke Prüm - Gerolstein gebaut wurde, entstand das Büdesheimer Kalkwerk im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts. Es war zugleich auch das größte Kalkwerk in der Region. Am 09.02.1945 wurden die Türme des Kalkwerkes von den Resten der 4. Kompanie des Fallschirm-Pionier-Bataillon 5 (FallschPiBtl 5) der deutschen Wehrmacht gesprengt, damit die Allierten diese nicht als Aussichtsplattform benutzen konnten.

 
 


Als der 2. Weltkrieg zu Ende war wurden nur noch 11 Öfen betrieben. Ein Ofen davon war der in Büdesheim. Aber alle Öfen wurden in den 60er Jahren stillgelegt. Heute sieht man vom Büdesheimer Kalkofen nichts mehr, man findet die Stelle nur, wenn man weiß, wo das Kalkwerk mal gestanden hat. Trotzdem kann man beim Wandern in der "Prümer Kalkmulde" noch Reste von zerfallenen Öfen und Steinbrüchen abseits der Wege finden.
Das Kalkwerk lag an der ehemaligen Bahnstrecke Gerolstein-Prüm-St. Vith, im Norden von Büdesheim.


 
 

Geschichte des Kalkwerkes

Das Kalkvorkommen im Kreis Prüm wurde bis zur Jahrhundertwende nur geringfügig genutzt. Einzelne Privatunternehmen, meist Bauern der Kalkmulde zwischen Dingdorf und Büdesheim-Oos bauten den Kalkstein in zahlreichen kleinen Brüchen ab und brannten ihn in kleinen, meist primitiv angelegten Öfen in erster Linie als Baukalk, selten als Düngekalk. Erst nach 1883, nach dem Bau der Eisenbahnlinie Gerolstein-Prüm, entstand das Kalkwerk in Büdesheim. Durch Aufkommen der künstlichen Düngung und die Belebung der Bauindustrie wurde die Nachfrage nach Kalk immer größer und die Produktion mußte ständig gesteigert werden. Bis zur Zeit der Wirtschaftskrise im Jahr 1929 erlebte das Werk eine Blütezeit, besonders nach Anschluß an die Bahnstrecke Trier-Köln, da nun viel Kalk als Bindemittel in die Schwemmsteinindustrie geliefert wurde.
1929 wurde das Büdesheimer Werk dem Hauptwerk in Wellen angegliedert und blieb bis 1951 in dessen Besitz. Im Zuge der Entflechtung der Konzerne ging es am 01.01.1951 in den Besitz der "Westdeutschen Kalk- und Portlandzement-Werke AG. Köln" über. Durchschnittlich waren in den letzten Jahren bis zu 60 Mann im Betrieb beschäftigt, der eine Tagesleistung von 60-70 tonnen gemahlenen Kalk aufweisen konnte. Produziert wurden Bau- und Düngekalk. Dolomitkalk für Hochöfen wurde nicht mehr hergestellt, da die Absatzgebiete an der Saar, in Lothringen und in Luxemburg verloren gegangen waren. So zeigte die Produktion im Verhältnis zur Vorkriegszeit eine rückläufige Tendenz. Hinzu tritt, dass das Werk zu neuen Absatzgebieten zu frachtungünstig lag.
Es wurde zum 01.04.1959 stillgelegt. Die Firma benutzte noch einige Jahre die ehemaligen Fabrikräume als Lager- und Aus-lieferungshalle ihrer Erzeugnisse für den Kreis Prüm.


Quelle und Text:
- Jahrbuch Kreis Prüm 1964, Herausgegeben von der Kreisverwaltung Prüm

 
 


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